Kaffeekapsel und Heißluftfritteuse – mein Luxus auf Rädern

Der erste Mai, ein freier Tag, ein langes Wochenende – der Plan war überschaubar: 30 Minuten Fahrt, ein Campingplatz mit Badesee, Freunde dabei. Knut, Otto, kein Programm. Mehr braucht es manchmal nicht.

Genau die Art Ausfahrt, für die Knut gebaut ist. Er ist kein Wohnwagen für lange Reisen – er ist ein Bett auf Rädern. 2,5 mal 1,4 Meter Aufbau, kompakt, ehrlich, ohne Schnickschnack. Und trotzdem stand eben diese Heißluftfritteuse drin. Und eine Nespresso-Maschine.

Noch vor ein paar Jahren wäre mir das nicht eingefallen. Unterwegs sein bedeutete: so wenig wie möglich schleppen, so wenig wie möglich brauchen. Reduktion als Selbstzweck. Irgendwie hat sich das verschoben.

Otto hat das alles mit seiner üblichen Gelassenheit begleitet. Er beurteilt Ausfahrten nicht nach dem Inventar.


Post 500 – kein Jubeltag, aber ein Wegpunkt

Auf dieser Ausfahrt ist beiläufig etwas passiert: Instagram-Post Nummer 500 auf [@kleinesgepaeck](https://www.instagram.com/kleinesgepaeck). Nicht geplant, nicht inszeniert. Einfach so.

500 Beiträge feiern? Nein. Aber innehalten, schauen, was eigentlich alles war? Das schon.

Faltradtouren, ein Tiny House, ein restaurierter Qek Junior, Otto, Knut, Fiete, das Mobilheim. Wer mehr über die einzelnen Stationen wissen will, findet sie im Blog. Was mich hier interessiert: Jede dieser Entscheidungen war eine Antwort auf die Frage, was ich gerade brauche. Die Antwort hat sich jedes Mal ein bisschen verändert.


Was brauche ich? Wann? Wie viel?

Diese Frage stellt sich mir immer wieder. Nicht als Selbstkritik, sondern als echte Neugier.

Unterwegs in Knut, mit 3,5 Quadratmetern Aufbau und einem Hund, der gefühlt die Hälfte davon beansprucht, wird die Frage konkret. Was kommt mit? Was bleibt? Und warum genau das?

Früher hätte die Antwort automatisch geheißen: so wenig wie möglich. Reduktion als Prinzip.

Heute frage ich anders: Was macht diese Auszeit zu meiner Auszeit?

Und da ist die Antwort: morgens an einem Rädchen drehen und frische Brötchen aus der Heißluftfritteuse holen, statt in die Rezeption oder den Supermarkt zu laufen. Einen Espresso aus der Kapselmaschine ziehen, statt die Herdkanne zu befüllen. Der Campingkocher ist trotzdem dabei – man weiß ja nie.


Selbstwert

Ich bin es mir wert, morgens frische Brötchen und auf Knopfdruck Kaffee zu haben. Nicht weil ich es nicht anders könnte – sondern weil es sich für mich im Moment genau richtig anfühlt.

Zwischendurch ein paar Stunden gelesen – kein Programm, kein Ziel, einfach treiben lassen. Auch das ist für mich Auszeit.

500 Posts, ein kleiner Wohnwagen, ein Hund, Freunde in der Nähe – und eine Heißluftfritteuse, die heute genauso dazugehört wie die Tasse Nespresso-Kaffee am Morgen.

Das ist mein Stand der Dinge. Und ich bin ganz zufrieden damit.


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