Zwei Wohnwägen. Für einen, der über Minimalismus schreibt, ist das eine Ansage – und eine, bei der ich selbst kurz schlucke. Zwei. Nicht einer.
Letztes Wochenende stand der Große auf dem Platz. Fiete (der Beachy). Ein Campingplatz mitten in der Natur nahe Bad Wildbad, der Kleinenzhof – ringsum Schwarzwald. Vorzelt mit Stehhöhe, Face-to-Face-Sitzgruppe, meine Partnerin dabei, ein befreundetes Pärchen nebenan. Zum Start: Regen. Wir saßen in den Vorzelten und haben einen Abend lang gequatscht – und wer zwischendurch seine Ruhe wollte, ist kurz im Wohnwagen verschwunden. Auch das ist ein Vorteil, wenn man Platz hat.
Eine Woche später, dieselbe Stelle, der andere Wohnwagen. Knut (der Tomplan Mini Tommy). Nur Otto auf der Rückbank, Sonne pur.
Und da ist sie, die Frage, die ich mir selber stelle, bevor sie ein anderer stellt: Ist das noch Minimalismus – oder nur eine schön erzählte Ausrede fürs Kaufen?
Auf den ersten Blick das Zweite.
Werkzeug – oder besser: das passende Gerät
Knut ist ein Bett auf Rädern. Schlafkabine, hinten der Kofferraum mit der mobilen Küche, fertig. Angehängt schnell, gezogen leicht, aufgebaut in keiner halben Stunde. Ankommen, Hund raus, Kaffee.
Fiete ist eine andere Nummer. 4,2 Meter Innenraum, Sitzgruppe, Vorzelt als zweites Zimmer. Den nehm ich, wenn wir zu zweit länger bleiben, wenn ich mobil arbeite, oder wenn – siehe Regenfreitag – das Wetter den Plan nach drinnen verlegt.
Der Unterschied ist nicht mehr oder weniger. Er ist anders.
Dieses Wochenende war ein Kollege dabei, mit Motorrad und Zelt – noch eine Spur reduzierter als mein Knut. Bei der Sonne brauchte keiner Stehhöhe. Hätte ich dafür Fiete angehängt, wäre der halbe Wohnwagen nebst Equipment ungenutzt mitgefahren.
Eine Ausrede wäre es, wenn beide dasselbe könnten. Tun sie aber nicht. Minimalismus ist für mich kein Zählspiel: nicht möglichst wenig besitzen, sondern für den Zweck genau das Richtige dabeihaben – und den Rest stehen lassen. Zwei Wohnwägen sind keine Doppelung, solange jeder was kann, was der andere nicht kann.
Derselbe Platz, dieselbe Person – nur eben das passende Gerät. Und der dritte Wohnwagen? Den brauch ich (noch) nicht. Frag mich nochmal, wenn sich das Wetter was Neues einfallen lässt.

.jpeg)
-3zu4.jpeg)
Kommentare
Bisher kein Kommentar veröffentlicht.